Schweigen für den Frieden

Liebe Frieden suchende Menschen,

im Anhang die herzliche Einladung zur Wiederbelebung des

Schweigen für den Frieden”,

das in den 80er Jahren regelmäßig auf dem Schlossplatz stattfand.

Anlässlich des INF-Aktionstages, der am 1.6. bundesweit begangen werden soll, beginnen wir am Vorabend mit unserer – von da an – wöchentlichen Versammlung.

Wir stellen uns ab 18 Uhr in einem offenen Kreis auf, Leute können gehen oder dazukommen, wir reden nicht, auch wenn wir angesprochen werden (wenn nötig, dann gehen wir aus dem Kreis), 5 Minuten vor 19 Uhr fassen wir uns an den Händen und bleiben so bis zum Glockenschlag der Eberhardts Kirche zur vollen Stunde stehen.

Wer nicht mehr stehen kann, darf sich gerne auf den Brunnenrand setzen und wird deshalb nicht weniger zum Frieden beitragen!

Es gibt ein Banner mit der Aufschrift: “Schweigen für den Frieden”, noch aus damaligen Zeiten. Dieses sollte genügen. Über einen kleinen Infotisch mit Material zu friedenspolitischen Themen und Terminen denken wir noch nach.

Bitte keine Werbung für Parteien, Organisationen.

Ich freue mich auf Euch, auf unsere Kraft, unser gemeinsames Anliegen, auf die Gemeinschaft im Schweigen.

Friedliche Grüße
Susanne

Forderung an die Stadt Stuttgart, als Mitglied von „Mayors für Peace“ dem Beispiel anderer Städte zu folgen

Der ICAN-Städteappell: Den Druck kommunal verstärken!

Um den Druck auf die Regierungen weltweit zu erhöhen, dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten, ruft die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) Städte und Gemeinden dazu auf, die Unterstützung des Atomwaffenverbotsvertrags zu beschließen und die Bundesregierung zur Unterzeichnung des Vertrags aufzufordern:

„Unsere Stadt/unsere Gemeinde ist zutiefst besorgt über die immense Bedrohung, die Atomwaffen für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt darstellen. Wir sind fest überzeugt, dass unsere Einwohner und Einwohnerinnen das Recht auf ein Leben frei von dieser Bedrohung haben. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weitreichende und lang anhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Daher begrüßen wir den von den Vereinten Nationen verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen 2017 und fordern die Bundesregierung zu deren Beitritt auf.“ (ICAN-Städteappell 2019)

Städte in Deutschland, die den ICAN-Städteappell bisher unterzeichnet haben:

Mainz (2. Februar 2019), Wiesbaden (20. Februar 2019) Marburg (22. Februar 2019), Köln (5. März 2019), Potsdam (6. März 2019), München (12. März 2019), Göttingen (15. März 2019), Reinheim (22. März 2019), Dortmund (28. März 2019), Bremen (2. April 2019), Schwerin (8. April 2019), Herne (9. April 2019), Mörfelden-Walldorf (9. April 2019), Düsseldorf (11. April 2019), Kaiserslautern (15. April 2019), Naumburg (17. April 2019), Ilmenau (25. April 2019), Tübingen (2. Mai 2019), Hannover (9. Mai 2019), Berlin (9. Mai 2019), Kiel (16. Mai 2019), Essen (16. Mai 2019), Kassel (20. Mai 2019), Nürnberg (22. Mai 2019).

(Stand: 22. Mai 2019)

„100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges – Recht auf Frieden durchsetzen!“

Zum 70. Jahrestag der Proklamation der Menschenrechte initiierten „Die Anstifter“ in Stuttgart zwischen dem 10.11. und dem 10.12. einen Veranstaltungsmarathon, an dem sich zahlreiche zivilgesellschaftliche Gruppen, Institutionen und Kultureinrichtungen beteiligten. So auch die IPPNW-Gruppe in Stuttgart, die mit Unterstützung der dfg-vk und des Friedenstreffs Stuttgart Nord eine Veranstaltung ausrichtete unter dem Thema: 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges – Recht auf Frieden durchsetzen.

Die Schauspielerin Lisa Wildmann las eine längere Passage aus „Die Waffen nieder“ von Bertha von Suttner, in der eindrucksvoll deutlich wurde, wie sehr militaristisches Denken im Neunzehnten Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit war und besonders in den adligen Schichten die ganze Lebensgestaltung beherrschte, wie aber in der Protagonistin durch persönlichen Verlust langsam kritischeres Denken heranreift.

Lisa Wildmann

Erschreckend und aufrüttelnd dann der politische Vortrag von Tobias Pflüger (MdBDie Linke) – erschreckend, da man nach zwei verheerenden Weltkriegen, dem atomaren Overkill im Kalten Krieg, aber auch zahlreichen internationalen Versuchen der Verrechtlichung der Austragung von Konflikten zwischen Staaten, erwarten würde, dass die Menschheit inzwischen etwas gelernt hätte.

Tobias Pflüger

Tobias Pflüger kam direkt aus Berlin von einer Sitzung des Bundestages, in der soeben der höchste Militärhaushalt, den die Bundesrepublik je hatte, verabschiedet worden war, und das soll ja nur der Anfang sein. Inzwischen fühlt sich die deutsche Regierung durchaus gehalten, das Ziel, 2 % des BIP für das Militär auszugeben, in jährlichen Steigerungsraten anzusteuern. In den Medien macht die Bundeswehr immer wieder durch Skandale bei der Beschaffung, durch Ausrüstungsmängel u.a. von sich reden, kritiklos wird nach Fehlinvestitionen oft Geld für deren Korrektur nachgeschoben, was alles der Befriedigung des Militärisch-Industriellen Komplexes dient. Aber all diese Skandale verdecken nur die eigentlichen Aktivitäten der Auf- und Hochrüster auf Bundes- und europäischer Ebene. So sind hohe Ausgaben für Infrastrukturmaßnahmen geplant, die im Wehretat überhaupt nicht auftauchen: Straßen- und Schienenwege sollen ertüchtigt werden, um Truppen und schweres Gerät schnell nach Osten transportieren zu können, die ganze Strategie sowohl der Bundeswehr, als auch der neu zu schaffenden europäischen Militärstrukturen zielt auf Konfrontation mit Russland ab – und alle schauen zu! Das Parlament nickt die Pläne mit großer Mehrheit ab, wenn es nicht, wie bei dem aktuellen Einsatz der Bundeswehr in Litauen als „Speerspitze“, erst gar nicht gefragt wird.

Rede zum Volkstrauertag in Feuerbach 2018

Ilse Kestin
Landessprecherin der VVN-BdA Baden-Württemberg
-es gilt das gesprochene Wort-

Sehr geehrte Frau Klöber,
liebe Kameradinnen und Kameraden,
liebe Freundinnen und Freunde,
sehr geehrte Damen und Herren,
die erste offizielle Feierstunde zum Volkstrauertag fand nach dem ersten Weltkrieg 1922 statt. Der damalige Reichstagspräsident Ebert hielt eine vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte.

Die Nazis machten daraus ihren Heldengedenktag.

Als Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bunde der AntifaschistInnen gedenken wir heute der Opfer des Naziterrors aber vor allem ist dieser Tag für uns ein Tag des Erinnerns und der Mahnung, der Mahnung zur Versöhnung und Verständigung zum Frieden.

Gertrud Müller, Alfred Hausser, Hans Gasparitsch und Wilhelm Braun – Gründungsmitglieder der VVN –  haben bereits 1947 dafür gesorgt, dass diese Gedenkstätte hier für die Opfer des Faschismus errichtet werden konnte. Sie hatten dafür viel Unterstützung durch den Stuttgarter OB Arnulf Klett.

Bei den Recherchen zu unserer 70-Jahrfeier im letzten Jahr, konnten wir feststellen, dass die Überlebenden der Konzentrationslager in der Bevölkerung zunächst eine hohe Wertschätzung erfuhren, bevor in der Adenauer Administration die restaurativen Kräfte sich durchsetzten und die VVN als „kommunistisch unterwandert“ gebrandmarkt wurde.

Freundinnen und Freunde, aber natürlich haben sich in der VVN auch Kommunisten organisiert – waren sie doch die am meisten verfolgte Gruppe. Wie auch viele der Menschen, derer hier gedacht wird.

Ich vertrete als Landessprecherin der VVN-BdA Baden-Württemberg unsere Organisation. Wir haben es uns, seit dem Ende des Hitlerfaschismus zur Aufgabe gemacht, gegen das Vergessen und für eine bessere gerechtere Welt zu kämpfen.

Wir gedenken heute derer, die unter dieser Diktatur unterdrückt, eingesperrt, gefoltert und ermordet wurden.

Wir erinnern an alle Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes: an die Häftlinge der Konzentrationslager, an die Toten auf den Schlachtfeldern, an die Soldaten, die den Befehl verweigerten oder desertierten und dadurch ihr Leben verloren, an die Opfer der Zivilbevölkerung, sie alle waren Opfer des Faschismus.

Freundinnen und Freunde, beide Weltkriege gingen von deutschem Boden aus.  Im ersten Weltkrieg starben weltweit 10 Millionen Soldaten, 20 Millionen wurden verwundet. In Deutschland starben 1,8 Millionen Soldaten und 750.000 Menschen verhungerten. Im Zweiten Weltkrieg waren 60 Millionen Tote auf den Schlachtfeldern und in den Vernichtungslagern und 35 Millionen Verkrüppelte deutliche Mahnung.

Kameradinnen und Kameraden, der Nationalsozialismus war kein blindes Schicksal, Hitler kein Betriebsunfall der Geschichte. Hinter ihm standen Industrielle, wie Thyssen, Krupp, Siemens, Bosch, Flick und viele andere. Sie haben Hitler finanziert: um Zugang zu Rohstoffquellen zu bekommen, um neue Absatzmärkte zu sichern, um Rüstungsprofite zu machen. Dies im Blick zu behalten ist wichtig. Es waren keine Schicksalsmächte, die Hitler möglich machten, sondern vielmehr politisch ökonomische Interessen.

Und deshalb, sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde, gilt es auch 72 Jahre nach dem Hitlerfaschismus Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, solidarisch gegen Naziaktivitäten, gegen Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit aufzustehen.

Was wir tagtäglich an Fremdenfeindlichkeit, an Hetze gegen Ausländer und Asylbewerber, an Übergriffen und Brandstiftung erleben, zeigt das auf das Deutlichste: Es gab 1945 keine Stunde „Null“! Der Nationalsozialismus war auf dem Schlachtfeld, nicht aber in den Köpfen besiegt.

Wir erleben mit den Wahlerfolgen der AFD, dass seit dem Ende des Faschismus eben kein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden hat. Die AFD gestaltet sich zum Sammelbecken für alle möglichen rechten Gruppierungen und Neonazis. Sie bedienen populistisch die Ängste der Menschen, versuchen sich als Bürgerbewegung zu etablieren und sind doch nichts Anderes als Rassisten und Revanchisten.

Diese braun gefärbten Biedermänner haben keinen Platz in unserer Gesellschaft!

Sehr geehrte Damen und Herren,
Freudinnen und Freunde,
die Befreiung vom Hitlerfaschismus hatte immer eine besondere Bedeutung für die Identität und Legitimität der Bundesrepublik. Die mit großen Opfern erzwungene bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht war die Vorrausetzung, auf der sich die bundesdeutsche Gesellschaft entwickeln konnte.

Das Grundgesetz mit seinen Menschenrechten und seinem Recht auf Asyl war die logische Entwicklung aus diesen Erfahrungen. Aber heute ertrinken jeden Tag Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer. Sie fliehen vor Kriegen, ethnischen Verfolgungen, Armut und Perspektivlosigkeit in ihren Heimatländern. Es kann nicht angehen, dass sie an Europas Grenzen aufgehalten und wieder in die Hoffnungslosigkeit zurückgeschickt werden. Es kann nicht angehen, dass sie in menschenunwürdigen Lagern vegetieren müssen.

Es kann nicht angehen, dass diese Menschen, die aus Syrien vor Terror und Krieg geflohen sind, zum Spielball von Machtinteressen werden!

Und es kann nicht angehen, dass diese entscheidenden Werte unserer Verfassung unter dem Druck rechtspopulistischen Packs zur Disposition stehen sollen!

Wir brauchen eine gemeinsame europäische Politik der Hilfe zur Selbsthilfe, die die Menschen in ihren Herkunftsländern in die Lage versetzt, sich ein menschenwürdiges gesichertes Dasein aufzubauen. Wir brauchen eine aktive Friedenspolitik in Krisengebieten und keine Bundeswehreinsätze! Deutschland schuldet der Welt keine Soldaten und Waffen, sondern Beiträge zu Frieden und Abrüstung. Wir brauchen keinen neuen kalten Krieg und wir wollen keine europäische Armee! Auch wenn es schon lange den Konsens in der Bundesregierung gibt, dass ein Rohstoff armes Land wie Deutschland, eine Armee zur Sicherung ihrer Versorgung braucht. Auch wenn das nicht so deutlich ausgesprochen wird.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Freundinnen und Freunde,
wir wollen eine Gesellschaft ohne soziale Ungerechtigkeiten, ohne Massenarbeitslosigkeit und Krieg, ohne Rassismus und ohne Rechtsradikalismus! Wir wollen Sicherheit und soziale Gerechtigkeit, Lebensqualität und Perspektiven für alle! „Alle Menschen haben Anspruch auf die Güter dieser Welt“, schrieben Sophie und Hans Scholl in ihrem letzten Flugblatt der weißen Rose.

 

Und der türkische Dichter Nazim Hikmet drückt es so aus:
„Lasst uns den Kindern den Erdball schenken
wie einen runden Apfel oder ein warmes Brot.
Den ganzen Erdball sollen sie haben,
dass sie kennen lernen, was Freundschaft ist.
Sie werden darauf unsterbliche Bäume pflanzen.“

Nie wieder Auschwitz!
Nie wieder Faschismus!
Nie wieder Krieg!

9. November 2018 – 80. Jahrestages der Pogromnacht

Liebe Antifaschisten und Antifaschistinnen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden ein zu 2 Veranstaltungen, die wir am 9. November 2018 anlässlich des 80. Jahrestages der Pogromnacht in Cannstatt durchführen.
Wir bitten darum, die Veranstaltungen über eure / Ihre Website bekannt zu machen und digital weiterzuverbreiten.

GEDENKVERANSTALTUNG

Freitag, 9. November 2018 ab 18.00 Uhr am Platz der ehemaligen Cannstatter Synagoge

König-Karl-Straße 45/47 – U-Bahn Haltestelle Cannstatt Wilhelmsplatz

Mit Reden von:

Ulrich Kadelbach (evang. Pfarrer i.R.),
Silvia Gingold (Tochter des jüdischen Widerstandskämpfers Peter Gingold),
VertreterIn des Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und Region (AABS)
Moderation: Joe Bauer (Autor und Betreiber des Flaneursalons)

Kulturprogramm: Freier Chor Stuttgart mit antifaschistischen Liedern

FILM- und VORTRAGSVERANSTALTUNG

Anschließend ab 19.00 Uhr im Verwaltungsgebäude des Bezirksrathauses – Marktplatz 10, 70372 Cannstatt

Peter Gingold – jüdischer und kommunistischer Widerstandskämpfer in der Résistance

1933 wurde Peter Gingold von den Nazis verhaftet und aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Gingold ging nach Frankreich und arbeitete dort im antifaschistischen Widerstand. Dort lernte er seine spätere Frau Ettie Stein-Haller kennen. Während des Krieges verhaftete die Gestapo den Résistance-Kämpfer. Doch Gingold gelang die Flucht. Er kämpfte daraufhin weiter gegen die Faschisten – und überlebte. Im August 1945 kehrte er nach Frankfurt zurück. Bis zu seinem Tode trat er als Zeitzeuge bei zahlreichen Veranstaltungen auf.

Filmvorführung: Zeit für Zeugen – eine Hommage an Ettie und Peter Gingold

Lesung: Silvia Gingold liest aus dem Buch ihres Vaters „Paris – Boulevard St. Martin No. 11: Ein jüdischer Antifaschist und Kommunist in der Résistance und der Bundesrepublik“

Sylvia Gingold berichtet von ihrem antifaschistischen Engagement in Deutschland.

Impressionen vom Antikriegstag am 1. September

In verschiedenen Stadtteilen gab es Infostände mit Unterschriftsammlungen, Materialverteilung und aufgehängten Bannern unter dem Motto „Abrüsten statt Aufrüsten“.

 

Viele Gespräche mit Passanten wurden geführt und weit über 100 Unterschriften konnten gesammelt werden. Auch dieses Jahr ist es uns wieder gelungen, als Friedensbewegung an vielen Punkten in der Stadt präsent zu sein.

Tausende Menschen haben unser Anliegen wahrgenommen. Die Kundgebung auf dem Karlsplatz war besser besucht als im vergangenen Jahr.

 

Dies sollte uns Mut machen, als Friedensbewegung noch stärker in der Öffentlichkeit sichtbar zu werden.