Nagasaki – 2. Bombe – am 8.7.26 Stuttgart
100 000 Tote in Hiroshima, ja hat das denn nicht gereicht ? Warum mussten 3 Tage später die Menschen in Nagasaki den gleichen Horror erleiden?
Bis heute beharrt man in USA auf der Behauptung, beide Bombenabwürfe seien notwendig gewesen, um den Krieg zu beenden und eine opferreiche Invasion zu vermeiden.
Was ist an diesem Mythos dran? Mit einem Wort Nichts!
Japan war schon lange militärisch am Ende. 68 seiner Großstädte waren zerstört, Es hatte schon im April Verhandlungsbereitschaft signalisiert und die Sowjetunion, mit der ein Nichtangriffspakt bestand, um Vermittlung gebeten. Stalin kam der Bitte jedoch nicht nach.
Auch von Seiten der USA wurde die Verlängerung des Krieges und die damit einhergehenden Verluste an Menschenleben bewusst in Kauf genommen. Man zögerte Verhandlungen hinaus, um Japan zu einer bedingungslosen Kapitulation zu zwingen. Es war Japan ein großes Anliegen, das kulturell fest verankerte Kaisertum zu erhalten, während die USA ihr System etablieren wollten.
Die Sowjetunion kündigte ihren Nichtangriffspakt mit Japan, nachdem auf der Konferenz von Jalta im Februar 45 verabredet worden war, dass sie 3 Monate nach Kriegsende in Europa in den Krieg gegen Japan eintreten würde. Das wäre dann der 8.August gewesen. Präsident Truman befürchtete aber, dass ein militärisches Engagement der Sowjetunion in Japan bei darauf folgenden Verhandlungen auch zu sowjetischen Gebietsansprüchen führen würde.
Dies wollte er unter allen Umständen vermeiden, denn auch schon damals sollte der unliebsame sozialistische Konkurrent klein gehalten werden. Das war einer der Gründe, warum die USA am 6. August mit der 1. Atombombe auf Hiroshima ein schnelles Kriegsende erreichen wollten, was sie im Vorfeld absichtlich verschleppt hatten.
Als die Verantwortlichen in Japan auch nach Hiroshima noch immer zögerten bedingungslos zu kapitulieren und die Sowjetunion Japan den Krieg erklärte, folgte die Bombe auf Nagasaki. Das Bestreben, die Sowjetunion aus Japan fernzuhalten war jedoch nicht der einzige Grund, warum die USA nach dem Grauen in Hiroshima auch noch Nagasaki vernichteten.
In Hiroshima wurde eine Uran basierte Bombe eingesetzt. In Nagasaki handelt es sich um eine technisch anders geartete Plutoniumbombe, deren Entwicklung große Summen Geldes verschlungen hatte.
All das schöne Geld wäre natürlich verschwendet gewesen, wenn es nicht dem Machtzuwachs der USA gedient hätte. Im Juli 45 wurde die Bombe in der Wüste von New Mexico erfolgreich getestet. Die Nachricht von diesem Erfolg erreichte Präsident Truman während der Potsdamer Konferenz. Er beschloss spontan, die neue massenmörderische Technologie jetzt auch in der Praxis zu testen. Unterstützt wurde er bei diesem Beschluss von Churchill. Es gab jedoch durchaus auch mäßigende Stimmen wie die von General Eisenhower, der der Ansicht war, die USA sollten nicht als erste Atombomben einsetzen. Da es aber nicht mehr genug spaltbares Material für weiter Bombentests gab, setzte sich der militärische Leiter des Bombenentwicklungsprojektes durch mit seiner Forderung nach einem Praxistest über einer Stadt. Dass dabei noch einmal 75 000-100 000 Menschen als Versuchskarnickel ermordet wurden, spielte im Machtpoker der Herrschenden damals genauso wenig eine Rolle wie heute.
Ein Überlebender von Nagasaki sagte, die Bewohner der Stadt waren Opfer zweier Täter. Der eine davon war die japanische Regierung, die zum Schutz der Bevölkerung viel früher kapitulieren müssen hätte, notfalls eben auch bedingungslos. Was ist Herrn Selenski eigentlich der Schutz seiner Bevölkerung wert?
Der 2. Täter war natürlich Truman. Ich möchte weitergehen: Auch Stalin mit seiner Weigerung zu vermitteln trägt Schuld, genauso, wie all die Wissenschaftler und Techniker, die doch genau wissen mussten, welches unbeschreibliche Leid sie mit Ihrer Forschung und Entwicklung anrichten.
Laut IGH (Internationaler Gerichtshof Den Haag) sind Atombombenabwürfe völkerrechtswidrig. Sie töten Kombattanten und Zivilisten unterschiedslos und verursachen unnötiges Leid. Beides ist nach dem humanitären Kriegsvölkerrecht untersagt. Das Urteil erfolgte zwar erst 1996, ein Kriegsverbrechen waren die Abwürfe auch schon 1945.
Schauen wir auf unsere Zeit. Wenn wir im Atomkrieg vernichtet werden, sind auch wir Opfer mehrerer Täter: Natürlich wird es eine russische Atombombe sein, die uns tötet.
Verantwortlich sind aber auch die USA, die mit ihrem Beharren auf einer unipolaren Weltordnung, mit ihrer Kündigung mehrerer Rüstungskontrollverträge, mit der Modernisierung der Atomwaffen, und mit Überlegungen zur Führbarkeit eines begrenzten Atomkriegs die Gefahr eines nuklearen Infernos drastisch erhöhen.
Und nicht zuletzt: Herr Merz, Herr Pistorius, Herr Klingbeil und all die anderen Kriegstreiber: Auch Sie werden Schuld tragen, wenn Sie nicht endlich auf die Russlandhetze verzichten, die deutsche Hochrüstung beenden und eine aktive Friedenspolitik statt deutscher Großmachtpolitik betreiben.
Und die Wissenschaftler an den Hochschulen fordere ich auf, verteidigt Euer Recht auf eine Zivilklausel. Konstruiert keine Raketen, die russische Menschen bedrohen, damit auch diese keine Raketen konstruieren, die uns vernichten.
Nicht Kriegstüchtigkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist der Einsatz für den Frieden.
Vielen Dank.
