Overton Magazin 01.06.26: Wie kann ich meinen kleinen Jungen von Oppenheimers tödlichem Spielzeug retten?

Unsere schönsten Antikriegslieder. Heute: Russians.

Der Song erschien 1985, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Die atomare Aufrüstung zwischen den USA und der Sowjetunion ließ die Angst vor einem nuklearen Konflikt wachsen. Ronald Reagan sprach vom Reich des Bösen, in Europa demonstrierte die Friedensbewegung gegen Raketenstationierungen und atomare Abschreckung. Der Künstler Sting griff diese Stimmung mit Russians auf. Sein Song ist kein Friedensappell. Er ist eine nüchterne Beschreibung gegenseitiger Angst.

Im Liedtext richtet Sting den Blick auf die gemeinsame Menschlichkeit. Und er formuliert die beinahe erschreckend einfache Hoffnung, dass auch die Russen ihre Kinder lieben. We share the same biology, regardless of ideology. Gerade diese Schlichtheit macht das Lied so eindringlich. Russians handelt von der Erkenntnis, dass es keine Monster gibt, sondern nur verschiedene Seiten, auf denen Menschen handeln, die sich um ihre Liebsten fürchten. How can I save my little boy / From Oppenheimer’s deadly toy?

Die Uhr tickt

Russians beginnt mit einem Ticken. Mit einem mechanischen Geräusch, das anzeigen soll, wie dringlich die Lage ist.

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