Kontext: Wochenzeitung 27.05.26: Prozess gegen Ulm 5 – Unrecht und Strafe

Humanitäre Erwägungen oder Antisemitismus – was war die Motivation für den Einbruch in die Rüstungsfirma Elbit in Ulm? Beim Verfahren gegen fünf pro-palästinensische Aktivist:innen in Stuttgart-Stammheim tobt ein Kampf um die Deutungshoheit. Kontext hat sich mit Greta Thunberg und Angehörigen der Angeklagten unterhalten.

Greta Thunberg spricht von „tapferen Seelen“, die auf der Anklagebank sitzen, weil sie „bereit sind, persönliche Opfer zu bringen“. Vor dem Stuttgarter Landgericht spiele sich eine Farce ab, sagt die 23-jährige Aktivistin im Gespräch mit Kontext: „Unschuldige Menschen werden als gefährliche Kriminelle inszeniert, während Kriegsverbrecher nicht verfolgt werden.“ Am vergangenen Freitag war Thunberg in Stuttgart-Stammheim, um ihre Unterstützung für die Beschuldigten zu zeigen und den Prozess gegen fünf Personen zu verfolgen, denen vorgeworfen wird, im vergangenen September die Rüstungsfirma Elbit in Ulm sabotiert zu haben.

Laut der Verteidigung der Angeklagten sei das nichtstaatliche Aktienunternehmen mit Hauptsitz in Haifa der wichtigste Ausstatter für völkerrechtswidrige Kriegshandlungen in Gaza: Neben 85 Prozent der dort eingesetzten Drohnenflotte, die von Elbit komme, beteilige sich das Unternehmen an KI-gestützten Massenmorden – etwa durch Softwareprogramme wie „Where’s Daddy?“ („Wo ist Papa?“), das Zielpersonen in ihren Privathäusern aufstöbern solle, wobei bis zu 100 zivile Opfer für den Tod eines hochrangigen Hamas-Militärs in Kauf genommen würden.

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