85 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion – Der verdrängte Jahrestag 22. Juni 1941

23. Juni 2026, 19:00 Uhr
Willi-Bleicher-Str. 20, Stuttgart

Vortrag mit Reinhard Lauterbach

Dienstag, 23. Juni 2026, 19.00 Uhr,

Gewerkschaftshaus Stuttgart (Bambussaal)

Willi-Bleicher-Str. 20

Vor 85 Jahren, im Morgengrauen des 22. Juni 1941, begann Hitler-Deutschland den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Als der Krieg im Mai 1945 nach knapp vier Jahren mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands endete, hatte die Sowjetunion 27 Millionen Tote zu beklagen, davon 14 Millionen Zivilisten. Allein die Blockade Leningrads kostete zwei Millionen Menschen das Leben. Drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene starben in deutschen Lagern durch Hunger, Kälte, Krankheiten und Exekutionen. Auf deutscher Seite starben knapp vier Millionen Wehrmachtssoldaten.

Mit dem „Blitzkrieg“ wollte Hitler seinen strategischen Hauptfeind, die Sowjetunion („jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“) unterwerfen und das weite Land bis zum Ural zur deutschen Kolonie machen („Lebensraum im Osten“, „Kornkammer Ukraine“).

Die Erinnerung an den 22. Juni 1941 stand in der der Bundesrepublik Deutschland immer im Schatten anderer Gedenktage. Zum 85. Jahrestag scheint die historische Dimension des 22. Juni 1941 erst recht nicht mehr in die inzwischen auf „Kriegstüchtigkeit“ getrimmte politische Landschaft zu passen.

Der gelernte Historiker und Slawist Reinhard Lauterbach verfolgt als Journalist seit vielen Jahren mit nach allen Seiten kritischer Distanz die Entwicklungen in Osteuropa. Knapp 30 Jahre lang war er Redakteur bei verschiedenen ARD-Sendern, u. a. 1998 bis 2001 Korrespondent des ARD-Hörfunks in Warschau und Kiew. Seit 2013 ist er Osteuropakorrespondent der Tageszeitung „junge Welt“ und Autor in „konkret“ und anderen Publikationen.

In seinem Vortrag befasst er sich mit Verlauf und systematischer Vorbereitung des Feldzugs gegen die Sowjetunion, die sich von der deutschen Außenpolitik ab 1933 bis hin zu Hitlers „Mein Kampf“ (1923) zurückverfolgen lässt.

Ein weiteres Thema sind die unterschiedlichen Erinnerungs- und Gedenkkulturen in Deutschland, in Russland, in der Ukraine und in den anderen Ländern auf dem Gebiet der damaligen Kriegsschauplätze.

Außerdem geht der Referent auf die aktuellen Kontroversen über „Instrumentalisierung der Geschichte“ und „Geschichtsrevisionismus“ ein.

Angesichts aktueller Debatten über den Anteil der Sowjetunion am Sieg über den Hitler-Faschismus und den deutschen Umgang mit der eigenen Geschichte in Zeiten neuer militärischer und geopolitischer Ambitionen.

 

Veranstalter: Gesellschaft Kultur des Friedens, AK Frieden bei ver.di Stuttgart,

Friedenstreff Stuttgart-Nord, VVN-BdA Stuttgart, “Was tun”- Karl-Liebnecht-

Kreis Ba-Wü, Offener FriedensTreff Stuttgart, Multicolor. eV.

Kontakt: www.kulturdesfriedens.de, info@kulturdesfriedens.de