(Red.) Am 25. September und 8. Oktober 2025 fanden in Basel zwei Veranstaltungen zu Venezuela statt. Die internationale Wahlbeobachterin Natalie Benelli aus der Schweiz hielt einen Vortrag mit interessanten Details zu Venezuela, den auf Globalbridge zu übernehmen wir die Erlaubnis erhalten haben, wofür wir sehr dankbar sind. (cm)
Die Mainstreammedien in der Schweiz, Europa und Nordamerika berichten mehrheitlich negativ über Venezuela und seine Regierung. Präsident Maduro wird als autoritär beschrieben, obwohl in kaum einem anderen Land der Welt so viele Wahlen stattfinden wie in Venezuela und die Bevölkerung aktiv in die Entscheidungsprozesse involviert ist.
Ich werde über eine Realität Venezuelas berichten, die von den Mainstreammedien ignoriert oder verzerrt dargestellt wird. Mein Bericht basiert auf den Erfahrungen aus erster Hand, die ich in meinen bisher vier Reisen nach Venezuela seit 2019 sammeln konnte. Zweimal war ich als internationale Wahlbeobachterin dort: im Juli 2024 für die Präsidentschaftswahlen und im Mai 2025 für Regionalwahlen.
1. Eine kurze Geschichte
Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdölreserven der Welt, zudem über große Gas-, Gold- und Süßwasservorkommen.
Bis 1998 wurde das Land abwechselnd von zwei bürgerlichen Parteien – der 1941 gegründeten sozialdemokratische Acción Democratica und der 1946 gegründeten christlich-sozialen COPEI – regiert. Sie sorgten dafür, dass die Einnahmen aus der Erdölindustrie und den anderen wertvollen Rohstoffen an eine kleine lokale Oligarchie und ausländische Erdölfirmen wie die US-Multis Exxon (heute ExxonMobil) und Conoco Philipps gingen, während der Großteil der Bevölkerung in Armut lebte.
