Nachdenkseiten 05.10.26: Friedensdemo in Stuttgart mit polizeilichem Zwischenspiel

Berlin und Stuttgart – auf zwei großen Demonstrationen am 3. Oktober sagten die Menschen „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg!“. In Stuttgart waren es nach Angaben der Veranstalter rund 15.000 Menschen, in Berlin 20.000. Zuvor hatten über 300 Initiativen zu den Demos aufgerufen. Ein kurzer, unfriedlicher Zwischenfall in Stuttgart diente vielen Medien hinterher als Aufhänger in der Berichterstattung. Constantin Schnell war vor Ort.

Aus ganz Süddeutschland kamen an diesem angenehm-spätsommerlichen Tag die Demonstranten, um vom Stuttgarter Schloßplatz aus durch die Innenstadt zu laufen – knapp Zehntausend waren es faktisch, also rund so viele wie im letzten Jahr. Das Motto „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg!“ wurde von Rednerinnen und Rednern wie Özlem Alev Demirel (Stellv. Parteivorsitzende Die Linke, MdEP) oder Sevim Dağdelen (BSW, bis 2025 MdB) ausgeführt. Es vergehe kaum ein Tag, an dem die NATO nicht eine neue Eskalation auflege, machte Dağdelen den Ernst der Lage klar. Mit „Wir wollen keinen Krieg mit Russland. Wir wollen Frieden mit Russland“ rief sie zu ernsthaften Verhandlungen mit Russland auf. „Lange vor einem Krieg wird die Wahrheit bewusstlos geschlagen, um den Krieg vorzubereiten. Es liegt an uns, dieser Wahrheit auf die Beine zu helfen.“ Während Dağdelen so über Redefreiheit sprach, kam es zu einem Tumult auf der Bühne. Durchaus bedrohlich stürmte ein junger Mann auf die Rednerin zu. Noch bevor er sie erreichen konnte, wurde er von Polizisten überwältigt. In diesem Zusammenhang kam es zu Tränengaseinsatz und zwei Festnahmen. Zeitgleich störte ein Dutzend sehr gut organisiert wirkender junger Menschen die Rede Dağdelens lautstark.

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