Hoher Treibstoffverbrauch, energieintensive Waffenproduktion, Flächenbrände bei Übungen: Das Militär ist eine der klimaschädlichsten Einrichtungen der Menschheit, sagt Jacqueline Andres von der Tübinger Informationsstelle Militarisierung.
Frau Andres, die Bundeswehr hat in den vergangenen 15 Jahren Windenergieanlagen mit einer Leistungskapazität von etwa zwei Handvoll Atomkraftwerken verhindert. Dabei betont sie, dass sie die Energiewende grundsätzlich unterstützt. Wie glaubwürdig ist das?
Die Bundeswehr ist da in Zugzwang, wie auch das Militär anderer Nato-Staaten. Das Klima ist ein Thema geworden, zu dem sie sich äußern und verhalten müssen. Dabei wird schon seit Längerem Greenwashing betrieben. Die Bundeswehr hat zum Beispiel schon mehrmals berichtet, dass die Truppenübungsplätze dem Erhalt der Biodiversität dienen. Aber diese Biodiversität gibt es weiterhin nicht wegen, sondern trotz der Bundeswehr, deren Panzer den Boden so plattfahren, dass da erst mal nichts mehr wachsen kann. Bei der Windenergie weist die Bundeswehr dementsprechend auf die Fälle hin, wo sie kooperativ war, und nicht auf die, wo sie Windräder wegen Hubschrauberübungsstrecken oder Radaranlagen verhindert hat. In Wirklichkeit behindert sie den Umstieg auf erneuerbare Energien und treibt die Klimakrise durch Emissionen und Umweltzerstörung an.
