7. Februar 2026, 14:00 Uhr
Schlossplatz, Stuttgart
Mit: Conny Bergmann, Friedenstreff Stuttgart Nord
Volker Mörbe, AK Frieden Ver.di Stuttgart, Personalrat Klinikum Stuttgart, a.D.
Annemarie Raab, GEW Kreis Stuttgart
Professor (i.R.) Dr. rer. nat. habil. Hans-Joachim Wunderlich
Vertreter:in von „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“ (angefragt)
Nie wieder Krieg – Das Ländle nicht zur Zielscheibe machen!
Nach der Befreiung von Faschismus und Krieg am 8. Mai 1945 waren zwei Drittel der Gebäude in der Stuttgarter Innenstadt zerstört, 4.600 Menschen verloren durch Bombenangriffe ihr Leben.
Nichts gelernt aus der Geschichte!
Vor dem Hintergrund dieser unfassbaren Schrecken sagte der Stuttgarter Oberbürgermeister Arnulf Klett bei der Eröffnung des neuen Rathauses am 4. Mai 1956:
„Mögen die Glocken des Turmes niemals Sturm läuten, sondern allezeit im Frieden erklingen in einer friedlichen Stadt!“
Doch mit dieser „Gefühlsduselei“ ist es nun vorbei, die politischen Eliten und weite Teile der Wirtschaft wollen Deutschland wieder kriegstüchtig machen und die stärkste Armee Europas haben.
Eucom macht Stuttgart erneut zur Zielscheibe!
Während im 2. Weltkrieg die Stuttgarter Rüstungsbetriebe wie Daimler, Porsche oder Bosch im Visier der Bombenangriffe lagen, ist es aktuell bei einem Krieg in Europa die US-Kommandozentrale Eucom in Stuttgart-Vaihingen. Das Eucom ist zuständig für alle militärischenAktivitäten der USA bis zur Grenze zwischen Russland und Nordkorea, einschließlich eines möglichen Einsatzes von Atomwaffen. Der Einschlag einer eher kleinen 100 kt-Atombombe hätte in Stuttgart unmittelbar 100.000 Tote und Verletzte zur Folge.
Baden-Württemberg als „Musterländle“ der Militarisierung!
Anstatt ihrem verfassungsgemäßen Auftrag, nämlich dem Schutz der Bevölkerung, nachzukommen, überbieten sich baden-württembergische Politiker:innen mit Forderungen nach einer umfassenden Militarisierung der Gesellschaft.
So fordert der jetzige MP Winfried Kretschmann (Grüne) den Ausbau „einer potenten Rüstungsindustrie im Südwesten“ und dass die „Technologieführerschaft der Anspruch in der gesamten Verteidigungswirtschaft sein müsse“. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sieht uns zwar „nicht im Krieg, freilich auch nicht mehr richtig im Frieden“.
Um die Aufrüstung sicherstellen zu können, bringt die Landesregierung in verschiedenen Gesprächsformaten Politik, Wissenschaft, Bildungseinrichtungen, Unternehmen und das Landeskommando der Bundeswehr an einen Tisch. Förderprogramme für „Innovationen“ stehen explizit auch den Unternehmen aus dem Bereich Sicherheit und Verteidigung offen.
Im Sommer schuf das Land einen Innovationscampus, der von der Uni Stuttgart aus gesteuert werden soll. Lt. dem Rektor der Uni Stuttgart, Peter Middendorf gibt es bereits eine Zusammenarbeit mit Verteidigungsunternehmen.
Für den Truppentransport an die Ostflanke der NATO, also an die russische Grenze soll speziell Baden-Württemberg als Drehscheibe dienen. Dafür muss lt. Kretschmann „die Infrastruktur ausgebaut werden und alle sind da gefragt bis hin zu Übungen an Schulen“. Das Militärstraßengrundnetz wurde bereits ausgearbeitet und das Landeskommando möchte mit der Bildungsministerin besprechen, welche Klasse im Kriegsfall in welchem Tunnel unterrichtet werden soll.
Die Regierung „sorgt“ sich darum, ob die Krankenhäuser angesichts schwindender Bettenzahlen vorbereitet wären, wenn Tausende Verwundete versorgt werden müssten. Doch das Sozialministerium stehe dazu mit den zuständigen Partnern im Austausch.
Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit!
Die Landespolitik ist also auf annähernd allen Ebenen in den Ausbau militärischer Strukturen federführend involviert und sieht ihre Aufgabe darin, weitere Akteure einzubinden. Doch das kann nicht im Interesse der breiten Bevölkerung sein. Anstatt die materiellen und geistigen Mittel in die Herstellung der Kriegstüchtigkeit zu stecken, fordern wir:
- Investitionen in zukunftsfähige zivile Arbeitsplätze anstatt in Rüstungsbetriebe
- Ein gut ausgestattetes Erziehungs- und Bildungssystem
- Eine Wissenschaft zur Lösung der großen Menschheitsprobleme, wie den zerstörerischen Klimawandel
- Ein Gesundheits- und Pflegesystem, das unabhängig vom Einkommen alle menschenwürdig versorgt
- Einen zuverlässigen, bezahlbaren und umweltfreundlichen ÖPNV
- Schließung der Kriegszentrale Eucom und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum
Veranstalter: Friedenstreff Stuttgart Nord (www.friedenstreff-nord.de) unterstützt von: Bündnis für Frieden – Landkreis Böblingen; DKP Stuttgart; Friedensinitiative Schorndorf; Friedenstreff Cannstatt; Christa Hourani, Delegierte IGM Stuttgart; Paul Hug, Friedensgruppe Vaihingen – good bye Eucom; Jusos Stuttgart; Dieter Lachenmayer, Koordinator Friedensnetz Ba.-Wü.; Organisation für den Aufbau einer Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands/ Arbeit Zukunft; Waldheim Stuttgart e.V./Clara Zetkin Haus; Regina Winandy, Friedensmahnwache Stuttgart; Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften (Stand: 23.01.2026) V.i.s.d.P: R. Chevalier, 70435 Stuttgart
