Die israelische Waffenschmiede Rafael soll in Osnabrück einsteigen, Volkswagen soll Militärfahrzeuge entwickeln, erklärt Jürgen Grässlin
VW steckt in der Krise und will wieder ins Rüstungsgeschäft einsteigen. Der israelische Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems will das VW-Werk Osnabrück übernehmen. Was kritisieren Sie an der geplanten Kooperation?
Die Rüstungsschmiede Rafael produziert ein breites Spektrum an Kriegswaffen: vom Luftverteidigungssystem »Iron Dome« und dem Laserraketensystem »Iron Beam« über die Luft-Luft-Raketen des Typs »Python« und die Luft-Boden-Raketen »Popey« bis hin zu »Fire-and-Forget«-Lenkflugkörpern zur Panzerabwehr. VW argumentiert, man brauche Hochrüstung zur Verteidigung von Freiheit, Frieden und Demokratie. Die Transformation hin zur Kriegsproduktion in Osnabrück sei vertretbar, schließlich handle es sich beim »Iron Dome« um ein defensives Waffensystem. Aber das Szenario auf den Schlachtfeldern ist bekanntlich ein anderes. Denn jede Waffe – ob defensiv oder offensiv – ist Teil der gesamten Kriegsstrategie. Angriff und Verteidigung, Schlag und Gegenschlag folgen unmittelbar aufeinander. In Osnabrück sollen, soweit bekannt, der »Iron Dome« für Europa und Transportfahrzeuge für Abschussvorrichtungen gebaut werden. Wer dabei von Defensivwaffen spricht, ist auf einem Auge blind. Für Rafael ist das nichts Neues. Das Unternehmen ist verwickelt in die menschenrechtsverletzenden Aktivitäten des israelischen Militärs in Gaza und im Westjordanland.
