IMI-Standpunkt 2026/026: Kein Grund zum Feiern!

Vergangenen Freitag kündigte die US-Regierung an, die für dieses Jahr geplante Stationierung diverser landgestützter US-Mittelstreckensysteme zumindest vorläufig auszusetzen. Ob dies aus Verärgerung über einige (halbwegs) kritische Töne von Kanzler Friedrich Merz zum Iran-Krieg oder aus grundsätzlichen Erwägungen geschah, ist unklar. Es ändert aber auch nichts daran, dass es sich hier grundsätzlich um eine gute Nachricht handelt.

Allerdings ist es deutlich verfrüht in dieser Angelegenheit Entwarnung zu geben: Die entsprechenden US-Strukturen für eine jederzeitige Verlegung sind weiter vor Ort, vor allem aber versucht die Bundesregierung nun noch einmal intensiver auf anderen Wegen an derartige Waffen zu gelangen. Damit wird vor allem untermauert, dass sie die mit diesen Waffen eng verknüpfte Angriffslogik teilt – und das ist das Hauptproblem, das weiter bestehen bleibt.

Angriffswaffen für eine Angriffsdoktrin

Die landgestützten Mittelstreckenwaffen gehören zu einer US-Multi-Domain Task Force (MDTF), die wiederum die wichtigsten Einheiten zur Umsetzung von Multi-Domain Operations sind. Im Kern wird dabei – angeblich zur Abschreckung – auf die Fähigkeit gesetzt, den Gegner tief im gegnerischen Raum mit geringen Vorwarnzeiten angreifen zu können. Deshalb sei die Absage der US-MDTF-Einheit gegenüber dem Abzug der 4.000 Soldat*innen „eigentlich die viel dramatischere Nachricht“, wurde der Sicherheitsexperte Christian Mölling in der Tagesschauzitiert. Er bestätigte, dass diese Waffen so bedeutend seien, „weil es hier um Raketen geht, die in der Lage sind, Russland schon im Aufmarsch – also nicht erst, wenn es an die NATO-Grenze kommt, sondern deutlich früher – zu stören.“

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