Startups, Tod und Palantir
Der Krieg in der Ukraine entfaltete sich schnell als Abnutzungskrieg, in dem monate- und jahrelang mit enormem Materialaufwand um wenige Kilometer gekämpft wird – bei zugleich massenhafter Verstümmelung und Vernichtung von Menschenleben. Nach unterschiedlichen Schätzungen gehen mittlerweile 70 bis 90 Prozent der Tötungen und Verwundungen auf den Einsatz unbemannter Systeme zurück. Während nach dem ersten Jahr des Krieges davon ausgegangen wurde, dass beide Konfliktparteien je etwa 10.000 Drohnen pro Monat verbraucht hätten, gehen die Schätzungen für die ukrainische Seite mittlerweile von etwa 5.000 bis 9.000 Stück pro Tag aus.
Damit entwickelt sich der Krieg zu einem Laboratorium für rapide technologische Innovation. Nahezu jeden Tag kommen neue Typen, Variationen und Fähigkeiten aufs Schlachtfeld und müssen sich beweisen. Das hatte der damalige ukrainische Minister für digitale Innovation und heutige Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov bereits im ersten Jahr des Krieges genauso angekündigt: „Our big mission is to make Ukraine the world’s tech R&D lab.“ Wieder und wieder lud er westliche Rüstungsunternehmen ein, ihre Systeme im Krieg in der Ukraine zu testen und weiterzuentwickeln.
