junge Welt 28.04.26: Kirche und Krieg – Umfassend einsatzbereit

Im November 2025 stellte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihre neue Denkschrift der Öffentlichkeit vor: »Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick, Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen«. Sie liest sich wie eine regierungsamtliche Stellungnahme in christlichem Gewand, geschmückt mit Bibelzitaten.

Kurz darauf führte die Evangelische Akademie Berlin, zusammen mit zwei anderen evangelischen Akademien, eine Veranstaltung zu dieser Denkschrift durch. Außenminister Johann Wadephul (CDU) hielt die einleitende Rede. An einer Podiumsdiskussion nahm auch eine ehemalige Angestellte der NATO teil, kontroverse Positionen kamen nicht zur Sprache. Eine einzige Nachfrage aus dem Publikum war zugelassen, wurde aber beiseite geschoben.

Institutionen und Einzelpersonen kritisieren die Denkschrift heftig.¹ Scharf widersprach auch der Vorstand der Bonhoeffer-Niemöller-Stiftung: »Das Ziel, die Institution des Krieges aus der internationalen Politik zu entfernen, ist aufgegeben. Damit fällt die Schrift hinter die Charta der Vereinten Nationen und hinter den aktuellen friedensethischen Diskurs zurück.«

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