junge Welt 29.04.26: Gefahr lauert woanders – Überprüfung des Atomwaffensperrvertrags

Eins ist klar: Für die westlichen Staaten geht es bei der elften Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags, die am Montag bei den Vereinten Nationen in New York begonnen hat, um Iran. Der Vertrag untersagt es seinen Unterzeichnern, zu denen das Land gehört, den Besitz von Atomwaffen anzustreben. Teheran bestreitet, das zu tun. Zweifel daran sind allerdings ernstzunehmen. Warum? Nein, nicht aus den Gründen, die im Westen meist genannt werden. Die US-Regierung hatte einst Irak, Iran, Nordkorea und zeitweise auch Libyen zur »Achse des Bösen« erklärt. Welches der vier Länder wurde bislang nicht weitgehend zerbombt? Welches besitzt Atomwaffen? Da liegt, wie man so sagt, der Hund begraben. Da läge auch die Chance, Teheran zum tatsächlichen Verzicht auf Atomwaffen zu bewegen: Indem man mit dem Land, wie es mit dem Nukleardeal von 2015 begonnen wurde, kooperiert – und zwar verlässlich. Man weiß, woran bzw. an wem das gescheitert ist.

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