Der neue Nahostkrieg infolge der US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran und dessen Gegenschläge haben auf die Länder in Südostasien besonders gravierende Auswirkungen. Laut einer Analyse der US-Denkfabrik Atlantic Council passierten vergangenes Jahr 46 Prozent der Öltransporte nach Asien das Nadelöhr des Nahen Ostens. Neben der gefährdeten Versorgung mit Treibstoff und Energie und der bedrohten Sicherheit von Handelswegen geht es auch um die unterbrochenen Reiserouten im für einige Staaten bedeutsamen Tourismus.
So wurde für Nepal die Befürchtung publik, nach einem Besucheranstieg um stolze 8,8 Prozent im Februar – erstmals auf dem Niveau von vor der Coronapandemie – könnte der Frühjahrstourismus deutlich einbrechen, weil allein infolge gestörter Flugverbindungen die Anreise erschwert oder unmöglich sei. Denn 90 Prozent der Gäste, erinnerte die Himalayan Times, kommen auf dem Luftweg – Touristen aus Europa und Nordamerika steigen vorwiegend in Doha, Dubai oder Abu Dhabi um. Ein Ausbleiben der Gäste trifft nicht nur unzählige Beschäftigte auf Trekkingtouren und die Hotel- und Gastrobranche hart, die von Saisoneinnahmen leben. Der neuen Regierung würden im Haushalt absehbar auch Steuern fehlen. Zudem ist das schmale Binnenland bei Treibstoffen beinahe völlig auf Lieferungen angewiesen, die mittels Tankwagen über die indische Grenze kommen. Nennenswerte Reserven für Notfälle gibt es nicht, der schon jetzt gestiegene Rohölpreis schlägt sich samt höherer Transportkosten gleich doppelt nieder.
