junge Welt 28.03.26: Washington fabuliert von »Todesstoß«

Krieg gegen Iran: US-Präsident verschiebt erneut Ultimatum. Israel klagt über Mangel an Rekruten, Teheran meldet Zustrom Freiwilliger

Bis vor drei Tagen hätte man es für Zweckoptimismus und Durchhaltepropaganda der Islamischen Republik halten können. Aber am Mittwoch hat der Stabschef der israelischen Streitkräfte, Generalleutnant Eyal Zamir, während einer Sitzung des Sicherheitskabinetts, in dem die kriegswichtigsten Ministerien der Regierung vertreten sind, offen und direkt gewarnt, dass die Armee »bald zusammenbrechen« könnte. Das bestätigte der 60jährige, der seit dem 5. März vorigen Jahres im Amt ist, gegenüber der Jerusalem Post, wie diese am Donnerstag berichtete. Die regierungsnahe, rechtsgerichtete Tageszeitung zitierte Zamir mit dem Satz: »Ich schlage Alarm, bevor die IDF in sich selbst zusammenfallen.« IDF steht euphemistisch für »Israelische Verteidigungskräfte«.

Der Stabschef begründet seine Sorgen mit dem Personalmangel. Die Zeitung beruft sich zudem auf weitere »Quellen«, die nicht mit Namen identifiziert werden, die »enorme Sorgen« wegen des »ernsten Personalmangels, besonders während des Krieges«, geäußert hätten. Sogar in Friedenszeiten würde Israel noch mehr Soldaten und nicht etwa weniger »an den Grenzen in Gaza, Libanon, Syrien und der Westbank benötigen«. Falls die Regierung nicht mehr Soldaten aufbrächte, würde es an einigen Stellen große Lücken geben.

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